Mittwoch, 31. August 2016

Frankreich zieht dich aus!

Frankreich war mir noch nie sonderlich symphatisch. Ich habe generell wenig Bezug zu dem Land. Ich finde die Sprache unangenehm und mir fällt auch kein Grund ein, mal nach Frankreich zu reisen. Dennoch war Frankreich für mich bisher einfach ein europäisches Land, welches auch Werte wie Demokratie, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit etc. hochhält.

Nach den neuesten Entwicklungen in Frankreich ist es mir regelrecht unsymphatisch. An einigen touristischen Stränden (beispielsweise Nizza) ist die Freiheit, sich zu kleiden wie man möchte nun eingeschränkt worden:

„Der Burkini wird in den Dekreten der Bürgermeister nicht namentlich genannt. Vielmehr wird Frauen der Zugang zum Strand untersagt, die "keine korrekte Kleidung tragen, die die guten Sitten und die Laizität respektiert sowie die Hygiene- und Sicherheitsregeln beim Baden achtet".“

Man darf nun also nicht mehr mit langer Bekleidung am Strand sitzen. Badebekleidung, die Arme und Beine bedeckt, ist verboten. Und Berichte  zeigen, dass dieses Verbot mit Hilfe der Staatsmacht auch rigoros durchgesetzt wird. Es ist also nun Pflicht, sich beinahe nackt am Strand zu zeigen. Ignoriert wird dabei, dass lange Bekleidung natürlich ein Schutz der Haut ist. Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung, die bekanntlich Hautkrebs verursachen kann. Deshalb hatte ich als Kind beispielsweise immer ein Shirt über dem Badeanzug an, um die Haut besser vor Sonne zu schützen.
Jetzt gibt es seit einigen Jahren eine Badebekleidung, die ebenfalls Arme und Beine bedeckt. Der Name „Burkini“ ist leider etwas unglücklich gewählt, aber dennoch ist dieser Badeanzug einfach ein Kleidungsstück, welches die Möglichkeit bietet, dass man sich nicht fast nackt vor fremden Menschen zeigen muss, wenn man zum Schwimmen möchte.
Dieses Kleidungsstück wurde von einer australischen Muslimin erfunden, welche dadurch auch muslimischen Frauen, denen es unangenehm ist, zu viel nackte Haut zu zeigen,  ermöglichen wollte, ganz normal mit anderen Menschen schwimmen gehen zu können. Insofern handelt es sich eigentlich um ein Hilfsmittel zur Integration. Denn wenn ich mich nicht vor anderen Menschen nackt zeigen möchte, dies aber müsste, um zu schwimmen, würde ich lieber auf das öffentliche Schwimmen verzichten.
Frankreich hingegen lädt den Burkini nun symbolisch auf und sieht es daher als säkularer Staat als wichtig an, diesen aus dem öffentlichen Bild französischer Strände zu verbannen. Dennoch sind die Gesetze nicht so formuliert, dass das Verbot nur für Muslime gilt. So offensichtliche Islamophobie zu zeigen traut man sich dann doch nicht. Daher: In Frankreich muss man sich nun entkleiden!
Egal, ob man seine Haut schützen, unansehnliche Narben nicht der Öffentlichkeit preisgeben oder einfach nur nicht so viel Haut zeigen möchte.

Meiner Meinung nach ist dies eine viel zu große Einschränkung der persönlichen Freiheiten von Menschen! Komisch ist, dass dies von vielen Personen nicht gesehen wird. In vielen Kommentaren im Internet lese ich große Zustimmung für das Verbot von Burkinis oft mit haarsträubenden Begründungen: Das Tragen eins Burkinis zeige eine Ablehnung der „westlichen Werte“. Menschen, die einen Burkini tragen, wollen sich nicht integrieren. Jeder sollte sich der vorherrschenden Kultur anpassen. Und so weiter.
Merken diese Menschen nicht, dass sie hier das aufzwingen von knapper Bekleidung für Frauen verteidigen? Merken diese Menschen nicht, dass hier das gleiche getan wird, was man anderen vorwirft? Jemand, der ein Problem damit hat, wenn andere Länder, andere Kulturen Frauen vorschreiben sich bedeckt bekleiden zu müssen, hat auf einmal kein Problem damit, wenn Frankreich Frauen vorschreibt, Haut zeigen zu müssen. Traurig.

Glücklicherweise wurden diese schreckchen Gesetze vom obersten Verwaltungsgericht in Frankreich vor kurzem als nicht rechtmäßig erklärt. Was leider nicht bedeutet, dass es sofort zurückgezogen wird. Immer noch werden Frauen an französischen Stränden diskriminiert und mit Staatsgewalt gezwungen, sich auszuziehen – und die deutschen feiern das statt sich dagegen zu erheben.

Montag, 29. August 2016

Freiheit

Was ist Freiheit? Was bedeutet Freiheit? Ich möchte mich hier auf die spürbare Freiheit, die es jeden Tag neu auszuloten gibt und die durch andere Menschen und Gesetze beschränkt wird/werden kann, beschränken. Zum philosophischen Freiheitsbegriff, der so weit führt, dass die Frage gestellt werden muss, ob es überhaupt einen freien Willen gibt, möchte ich mich in diesem Post nicht äußern, da das zu weit führen würde.
Für mich ist Freiheit neben Ehrlichkeit der wichtigste Wert. Ich finde es generell gut, wenn Menschen so viel wie möglich frei selbst entscheiden können. Der Staat sollte mit seinen Gesetzen nur die Rahmenbedingungen geben, um jedem Menschen dies zu ermöglichen.
In einer Diskussion bei Onyx wurde am Rand der Begriff der Freiheit gestreift und mich überraschte die Interpretation von Onyx:

„Jemand will nach Amerika auswandern, weil ihm die deutsche Gesetzgebung zu streng ist? Dann muß er auch damit leben, in Amerika kein so festes soziales Sicherungsnetz zu haben, das ihn auffängt, wenn er auf die Schnauze fällt. Das bedeutet, er muß auf die Freiheit verzichten, sich im Fall des Falles auf den Staat verlassen zu können.“

Freiheit als ein soziales Sicherheitsnetz zu definieren. Freiheit als etwas in Abhängigkeit zu definieren, bei dem man auf die Güte anderer angewiesen ist, das hat mich dann doch sehr verwundert. Da ich hier eine gänzlich andere Definition von Freiheit habe: Freiheit bedeutet eben gerade nicht, sich in Abhängigkeiten zu einzelnen (Personen, Organisationen, Staaten) zu begeben. Freiheit bedeutet immer auch selbst Verantwortung zu übernehmen, für sich und sein eigenes Leben!
Man kann ja soziale Sicherungssysteme befürworten und diese wünschen, aber warum sollte man das als Freiheit bezeichnen? Ist es nicht genau das Gegenteil von Freiheit? Denn alle diese Systeme sind immer an Bedingungen geknüpft: Wer irgendwelche Unterstützung möchte, muss nachweisen, dass er dazu berechtigt ist. Bei Arbeitslosengeld II in Deutschland beispielsweise, dass man keinen Besitz hat und sich um Arbeit bemüht. Wo sind diese Beschränkungen Freiheit? Bitte nicht falsch verstehen, es mag gute Gründe dafür geben, aber es handelt sich dabei eben nicht um Freiheit!
 
Grundsätzlich ist Freiheit eben immer genau das Gegenteil von Sicherheit: Wer mehr Sicherheit möchte, muss dafür auf ein mehr von Freiheit verzichten. Jeder Mensch entscheidet sich individuell dafür, was ihm wichtiger ist. Aktuell gehen Staaten allerdings immer mehr in die Richtung, die Freiheiten zu beschränken, um die Sicherheit (vermeintlich) zu vergrößern: Strengere Kontrollen an Flughäfen, Grenzen und überhaupt. Überwachung und Speicherung von Daten. Verbote verschiedenster Gegenstände in der Öffentlichkeit.
Manches macht Sinn, anderes weniger, aber es wird ein Gefühl von Sicherheit erzeugt – auch wenn dieses trügerisch ist.

Wie bereits beschrieben, bedeutet Freiheit auch Verantwortung. Die Möglichkeit, Entscheidungen zu treffen ist immer auch damit verbunden, die Konsequenzen zu tragen. Ein Schutz vor Konsequenzen hat insofern auch nichts mit Freiheit zu tun wie Onyx hier anscheinend glauben machen möchte:

„Niemand kann einfach so machen was er will, er muß auch alle Konsequenzen, die sich daraus ergeben, tragen. Und das ist natürlich mit einer Einschränkung von Freiheiten verbunden.“

Vielmehr ist jede Entscheidung mit Konsequenzen verknüpft. Manche dieser Konsequenzen lassen sich im Voraus abschätzen, andere nicht. Aber eine Beschränkung von Entscheidungen, die eventuell negative Konsequenzen haben könnten, ist eine Beschränkung von Freiheit und nicht die negativen Konsequenzen selbst. Sie bedeutet möglicherweise ein mehr von Sicherheit, aber nicht von Freiheit.
Freiheit bedeutet, auch dumme Entscheidungen mit negativen Konsequenzen treffen zu dürfen!

Freitag, 26. August 2016

Hatespeech verhindern - der Kampf gegen Meinungsfreiheit

Immer häufiger wird dieser Terminus bei Diskussionen im Netz verwandt. Aber was genau ist eigentlich dieses Hate Speech,  oder zu deutsch Hasssprache?

Wikipedia definiert Hassrede wir folgt:

"Der Begriff Hassrede bezeichnet sprachliche Ausdrucksweisen von Hass mit dem Ziel der Herabsetzung und Verunglimpfung bestimmter Personen oder Personengruppen."

Seit kurzem gibt es die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Kampagne "No hate speech". Die sich gegen die wohl immer mehr zunehmenden Hassreden im Netz einsetzt.  Ich habe mich auf der Homepage mal ein wenig umgesehen und bin der Meinung, dass das ganze leider ein wenig lächerlich aufgemacht ist. Wenn es ernsthaft darum ging, etwas zu tun, sollte man meiner Meinung nach auch eine sachlich,  ernsthafte Sprache verwenden - dies wird aber nicht getan. Beispiele:

"Hate Speech ist, wenn man Worte und Bilder als Waffe einsetzt, bewusst, gezielt und voll auf die Zwölf."

"Es sei denn, sie fühlen sich selber von "Zensur" betroffen – dann können die Hater*innen plötzlich nicht genug von Menschenrechten kriegen."

Neben den genannten Ausdrücken wie "voll auf die zwölf" oder "nicht genug von Menschenrechten kriegen" werden oft Füllwörter verwendet, die normalerweise nur in persönlichen Gesprächen genutzt werden und nicht in sachliche Texte gehören.
Insgesamt wirkt die Kampagne eher, als richte die sich an kleine Kinder als an erwachsene Personen.
Mir zeigt das leider viel mehr, dass man das Thema nicht ernst nimmt. Schade, dass ausgerechnet diese mit Steuergelder unterstützt wird.
Auch die Art wie man mit Hate Speech umgehen sollte klingt nicht sehr vernünftig und erwachsen; dort werden sog. Memes bereitgestellt, mit denen gekonnter werden soll.
Darauf ist dann beispielsweise eine ältere Dame zu sehen, die über Männerrechte lacht. Meine Meinung dazu: ist es richtig sog. Hassrede ebenfalls mit Hassrede zu kontern?

Schon als kleines Kind habe ich gelernt, Gewalt mit Gegengewalt zu beantworten erzeuge immer weitere Gewalt. Denkt ernsthaft jemand, mit irgendwelchen Bildchen, die sich über die Diskussionspartner lustig machen, ist eine angenehme Diskussionskultur zu erreichen?!
Ist das nicht viel mehr ein Weg zu einer Kultur, in der keiner sich mehr ernsthaft mit anderen Meinungen auseinandersetzt?

Mir erscheint es leider auch so, dass Hassrede von vielen Personen häufig so verstanden wird: Hassrede ist alles, was meiner (oder wahlweise der in der aktuellen Diskussion vorherrschenden) Meinung widerspricht.
Mittlerweile sind wir in einer Kultur angekommen, in der viele Menschen nicht mehr in der Lage sind für sie unangenehme Positionen zuzulassen. Die Hatespeech Kampagne möchte nun mit sozialen Netzwerken wie beispielsweise natürlich Facebook zusammenarbeiten, um ihre Standards durchzusetzen und entsprechende Kommentare zu löschen.
Durch die Förderung der Regierung und implizieter Einflussnahme ist das traurigerweise der erste Schritt zur Zensur. Wenn das tatsächlich so weitergeht, verlieren die deutschen in Naher Zukunft einen ihrer wichtigsten Werte: Meinungsfreiheit!

Natürlich darf man niemanden beleidigen, verleumden etc., aber dafür gibt es bestehende Gesetze - diese sind wichtig und müssen durchgesetzt werden. Aber die Kampagne gegen Hatespeech richtet sich bewusst auch gegen nicht strafbare Aussagen und da ist eindeutig eine Grenze erreicht!
Was nicht strafbar ist, fällt unter Meinungsfreiheit und darf nicht zensiert werden!

Donnerstag, 25. August 2016

Warum Trump die bessere Wahl wäre

Die deutsche Medienlandschaft ist sich einig: Trump darf auf keinen Fall Präsident der USA werden.  Trump ist rassistisch. Trump ist sexistisch. Trump ist das Böse in Person.
Bei all dem Hass, der gegen den Immobilienmogul Donald Trump geschürt wird, vergisst man schon fast, wer da eigentlich die andere Wahl ist. Hillary Clinton: Jahrzehntelange Politikererfahrung, schreckt selbst davor, den eigenen Parteikollegen durch hinterhältige Tricks auszubooten nicht zurück und war nicht gerade unbeteiligt an vielen Kriegen der USA - klassischer Präsidentschaftskandidat. Einziger Unterschied zu den vorherigen Präsidenten: Hillary ist eine Frau. Und Obwohl dies für einige auszureichend zu sein scheint als Qualifikation für das höchste Amt der Vereinigten Staaten, sehe ich das anders.
Ich denke, keiner der beiden ist eine gute Wahl, die Wahl zwischen Pest und Cholera – ähnlich wie bei der Wahl des Bundespräsidenten in Österreich, die im Herbst widerholt werden muss.

Ich habe viele Artikel gelesen und Reportagen bzw. Interviews gesehen, die sich mit dem Thema befassen. Besonders interessant auch immer die Kommentarspalten. Zunächst möchte ich mit ein paar Fakten über die jeweiligen Kandidaten beginnen:
Hillary Clinton, ist mit dem ehemaligen Präsidenten Bill Clinton verheiratet, war fast zehn Jahre im Senat vertreten und mehrere Jahre als Außenministerin beim aktuellen Präsidenten Barack Obama tätig. In dieser Position war sie auch damals schon immer nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht. So genehmigte sie Waffenlieferungen in über zwanzig Länder, diese überwiesen im Gegenzug „Spenden“ an die Clinton-Stiftung. Dank Hillary Clinton wurden Länder wie Saudi-Arabien, Kuweit oder Katar von den USA mit Waffen beliefert. Dies sind Länder die der Westen allgemein kritisiert, da die Menschenrechte dort nicht gewährleistet werden. Aber Menschenrechte müssen nun einmal zurückstehen, wenn es um Geld für Clinton geht.
Im Fall einer Wahl zur Präsidentin der Vereinigten Staaten möchte Hillary „antiterroristische Aktivitäten“ verstärken und befürwortet eine weltweite Ausweitung der Tätigkeit amerikanischer Geheimdienste. Das bedeutet, mehr Bespitzelung, mehr Bomben und Krieg.

Donald Trump ist im Gegensatz zu Hillary  Clinton bisher nicht als Politiker in Erscheinung getreten. Er war in der Immobilien- und Unterhaltungsbranche tätig, nachdem er das Unternehmen 1974 von seinem Vater übernommen hat. Mit dem Slogan „Make America great again“ (bereits von Ronald Reagan verwendet) bewirbt er seine Kandidatur für das Präsidentenamt der USA.
Er schwingt oft große Reden mit populistischen Forderungen wie eine Mauer an der Grenze zu Mexico zu bauen. Macht zweideutige Anspielungen und wirkt nicht gerade wie ein typischer Politiker. Einerseits möchte er Amerika abschotten (Mauer nach Mexico oder zeitweise Einreiseverbot für Muslime), andererseits bemüht er sich um ein gutes Verhältnis zu Russland.
Er befürwortet es, sich aus der NATO zurückzuziehen (kein Austritt) und nicht mehr so viel Geld in andere Länder bzw. den Aufbau derer zu investieren während Amerika selbst große Probleme hat und stark verschuldet ist.

Dies ist ein privater Blog und die zuvor genannten Informationen sind aus den unterschiedlichsten Artikeln und Interviews, die ich bisher zum Thema gelesen und gesehen habe. Ich mache mir jetzt nicht die Mühe, jedes einzelne hier zu verlinken. Alles müsste sich mit ein wenig googeln schnell belegen lassen.

Interessant finde ich auch, wie die beiden Kandidaten im Wahlkampf miteinander umgehen: Trump konzentriert sich mehr auf seine Ideen (wie bescheuert die auch sein mögen), Clinton hingegen legt neben der Darstellung ihrer politischen Ziele großen Wert darauf, Donald Trump zu diskreditieren. Beispielsweise nennt sie ihn in ihrer Rede „Dangerous Donald“, um so in der Bevölkerung ein Gefühl von Angst vor Donald Trump zu erzeugen.
Viele dieser politischen Aussagen von Clinton werden inhaltlich von deutschen Medien übernommen und auch die deutsche Bevölkerung scheint zu einem Großteil zu denken, Trump sei Böse und Hillary gut. In deutschen Medien habe ich  - übrigens im Gegensatz zu amerikanischen – nicht einen einzigen neutralen Artikel zum Thema gefunden. Falls einer einen weiß, wäre ein Kommentar nicht schlecht.

Im Vergleich der beiden erscheint mir Hillary Clinton als eine größere Gefahr für den Weltfrieden, da sie nur auf den eigenen Vorteil bedacht in der ganzen Welt über Leichen geht.
Trump hingegen möchte sich auf das eigene Land besinnen und dies wieder aufbauen. Ja er mag menschlich ein Arschloch und Sexist sein (den Rassisten nehme ich ihm einfach nicht ab)- , aber er will deshalb nicht die ganze Welt bombardieren.

Dienstag, 23. August 2016

Rechtsstaat vor Medienhetze!

Es macht mich wütend und traurig, zu sehen, wie viele Menschen mit dem Urteil gegen Gina Lisa Lohfink umgehen. Ein Gericht hat sie nach mehrtägiger Verhandlung zu 80 Tagessätzen von je 250€ also insgesamt 20.000€ verurteilt. Das bedeutet, dass für das Gericht eindeutig bewiesen war, dass Gina Lisa bewusst gelogen hat und vorsätzlich die zwei Herren der Vergewaltigung beschuldigt hat. Bei Zweifeln hätte es einen Freispruch geben müssen.
Anhand der Fakten, die zum Fall bekannt wurden, hätte es auch aus meiner Sicht kein anderes Urteil geben dürfen. Ich hätte mich stark über einen Freispruch gewundert.
Ein Gutachter bestätigt nach Sicht der Videos, dass sie keine K.O.-Tropfen bekommen haben kann, da sie tanzt, telefoniert, normal spricht und alles andere als abwesend ist. Noch nach der angeblichen Tat schrieb Gina Lisa einem der Herren, SMS, dass sie ihn vermisse. Angezeigt wurde die Vergewaltigung auch nicht kurz nach der Tat und ein angebliches ärztliches Attest stellte sich ebenfalls als Lüge heraus.
Wie kann dann noch jemand ernsthaft glauben, dass diese Frau in der Situation vergewaltigt wurde?

Wie kann es jetzt sein, dass haufenweise Menschen sich in Kommentaren oder auch Artikeln äußern und dieses Urteil als Skandal betrachten? Wie kann es sein, dass Menschen die Meinung vertreten, Gina Lisa Lohfink hätte freigesprochen werden müssen. Menschen, die weder bei der Beweisaufnahme noch bei der Tat bzw. der Nacht während es zum Sex mit den beiden Herren kam, anwesend waren.

Kommentare wie die folgenden regen mich auf, machen mich wütend und zugleich traurig:



Das Urteil ist nicht der Skandal, sondern wie damit umgegangen wird. Natürlich ist es möglich, dass tatsächliche Vergewaltigungsopfer sich nicht mehr trauen diese anzuzeigen. Aber das falsche Signal war nicht das Urteil, sondern die Tat. Die falsche Verdächtigung. Jede Frau, die einen Mann fälschlicherweise der Vergewaltigung bezichtigt, trägt dazu bei, dass einem Opfer zunächst nicht mehr geglaubt wird!
Wieso sind so viele Frauen hier auf Seiten der Täterin, die mit ihrem Handeln allen tatsächlichen Opfern in den Rücken gefallen ist?! Das ist für mich einfach unbegreiflich.

Samstag, 20. August 2016

Kann Sexismus legitim sein?

In einer Diskussion bei Onyx ging es um sexistische Einstellungspolitik und für mich stellte sich oben genannte Frage.
In die Post möchte ich weggehen von der reinen Einstellungspolitik und mich auf Sexismus in jeglichen Bereichen konzentrieren.
Zunächst eine kurze Definition, was Sexismus eigentlich ist:

"Bezeichnung für alle Formen der Unterdrückung und der Benachteiligungen aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit."

Sexistisch ist demnach jede Handlung, bei der ein Geschlecht pauschal dem anderen vorgezogen wird.

Es gibt einige Situationen, in denen Sexismus von allen als in Ordnung akzeptiert wird und andere, in denen dies nur von den wenigsten der Fall ist.

Warum ist es beispielsweise allgemein akzeptiert, bei der Partnerwahl sexistisch zu handeln und von vornherein ein Geschlecht auszuschließen?
Dies tun vermutlich nahezu 90% der Menschen. Für mich persönlich ist es eine komische Vorstellung, weil diese Vorgehensweise ja gleich haufenweise Menschen ausschließt. Ich akzeptiere das Vorgehen und kann es in gewisser Weise nachvollziehen.
Trotzdem finde ich es irgendwie merkwürdig, wenn ich für jemanden als potentielle Partnerin allein aufgrund meines Geschlechts (nicht aus Gründen der Persönlichkeit etc.) nicht in Frage komme.
Dieser allgemein vorherrschende Sexismus wird meiner Meinung nach aus zwei Gründen akzeptiert: erstens es machen fast alle und wollen es auch weiterhin machen; die Gruppe derjenigen, die das nicht tun ist gering. Zweitens es handelt sich hier um einen sehr intimen Lebensbereich, in den man nicht eingreifen will.

Solange Sexismus sich rein auf persönliche Beziehungen beschränkt,  wird er akzeptiert, aber wo ist die Grenze?

Beispielsweise sind viele sich der Meinung, die Vermietung einer Wohnung dürfte nicht von sexistische Kriterien abhängen, da jeder hier Zugang haben muss. Aber was ist in dem Punkt mit WG-Zimmern? Ist es akzeptabel, wenn eine WG  ein Zimmer nur an einen Mann oder eine Frau vermieten will?
Das wird von den meisten bejaht, da das Verhältnis innerhalb einer WG wieder eine intime Nähe ist.
Wenn ich also WG-Zimmer vermiete, ist es auch akzeptiert, sexistisch zu handeln. Wenn ich jetzt ein Haus mit drei oder vier Wohnungen vermiete und der Meinung bin, dort sollte nur Männer bzw. Frauen einziehen, ist das in Ordnung?
Hier werden sich vermutlich die Meinungen unterscheiden, denn eigentlich spielt das Geschlecht keine Rolle. Aber vielleicht möchte ich als Vermieter genau ein Geschlecht unterstützen, weil ich denke, dass ist nötig...

Komme ich nun auch zu Arbeitsverhältnissen. Es gibt Arbeitsverhältnisse für die ist eben ein bestimmtes Geschlecht erforderlich und dies wird von allen akzeptiert: Für die Rolle einer Prinzessin am Theater muss ebensowenig ein Mann eingestellt werden wir für einen Modeljob für Dessous.
Andere Arbeitsverhältnisse sind nicht so einfach zu betrachten. Grundsätzlich sollte das Geschlecht keine Rolle spielen, tut es bei einigen Personalern oder Arbeitgebern aber doch.
Begründungen gibt es unterschiedliche:
- Frauen können schwanger werden und fallen deshalb länger aus.
- Männer sind kräftiger und können besser schwere Gewichte heben
- Männer haben ein besseres technisches Verständnis
- Männer können nicht gut mit Kindern umgehen
- Frauen bauen besser menschliche Beziehungen auf.

Sollte es nun erlaubt sein, Frauen bzw. Männer aus besagten Gründen (Vorurteilen) nicht einzustellen?
Ich finde grundsätzlich, sollte es jedem Arbeitgeber frei stehen, seine Mitarbeiter auszuwählen, auch wenn er dabei sexistisch handelt. Je nach Beruf finde ich den Sexismus zwar scheiße, möchte aber gerne in einer Stellenbeschreibung sehen, wenn ein Unternehmen, diese Praxis bevorzugt.
So habe ich die Möglichkeit, dieses Unternehmen für mich als potentiellen Arbeitgeber auszuschließen oder zu sagen, ich finde das in Ordnung und möchte dort arbeiten. Bei einer Stelle bei der eng mit jemandem zusammengearbeitet wird, kann ich es nachvollziehen. Wenn eine Frau zum Beispiel vor kurzem privat Misshandlungen durch einen Mann erlebt hat, möchte sie als Assistentin lieber eine Frau und sollte das auch so auswählen dürfen.
Leider verhindert das aktuelle AGG diese Ehrlichkeit in Stellenausschreibungen. Denn sexistische Einstellungspolitik ist verboten. Gemacht wird sie natürlich trotzdem: es lassen sich immer auch andere Gründe finden, jemanden nicht einzustellen.
So werden immer wieder Menschen Zeit in Bewerbungen stecken, die leider keine Chance auf die angebotene Stelle haben.

Ob Sexismus in den Fällen legitim ist, möchte ich gar nicht allgemein beantworten, denn abseits den genannten Gründen gibt es vermutlich zig weitere (wie das Beispiel mit der Einstellung der Assistentin zeigt) über die ich nicht urteilen möchte.

Was denkt ihr, wann ist Sexismus legitim und wann nicht?

Samstag, 13. August 2016

Am deutschen Wesen soll die Welt genesen...

Zu Beginn möchte ich gerne die Kunstfigur Jilet Ayse der Kabarettistin Idil Baydar zitieren, weil sie hier einfach ausgedrückt hat, was ich so oft denke, wenn ich zurzeit die Kommentarspalten verschiedenster Medien lese:

Als ob alle anderen Menschen auf der Welt keine Werte haben?! Nur Deutsche haben Werte, sonst niemand. Den Wert nicht zu lügen, nicht zu klauen, nicht zu betrügen, andere Menschen nicht Schaden zu tun gibt’s nur in Deutschland und nirgendwo anders! Ja, ich finde, sowas muss man betonen, damit man auf sein ethnozentrischen Wertescheißdreck weiterhin schön draufsitzen kann! 

Die Leute, die tatsächlich ausländerfeindlich und rassistisch sind, sind so oft nämlich diejenigen, die gerade so tun, als wären sie das genaue Gegenteil. Menschen, die einem erzählen, man müsste den ausländischen Männern mitteilen, dass man in Deutschland andere Frauen nicht einfach anpacken dürfen. Aber an Bestrafung oder gar Ausweisung dürfe man gar nicht denken, die wissen das ja nicht besser!
Natürlich wissen die das besser! Natürlich wissen auch afrikanische oder syrische Menschen wie man sich benimmt. Zu behaupten, das wäre nicht so, das ist rassistisch! Es ist rassistisch, davon auszugehen, diese Leute, hätten keine Werte! So ziemlich jeder Mensch auf der Welt weiß, dass man nicht klaut, lügt, stielt und anderen Menschen mit Respekt begegnet!
Der Unterschied liegt nicht zwangsläufig in den Werten, sondern vielleicht darin, wie diese sich in Handlungen wiederspiegeln. Eine Handlung, die für die einen Respekt bedeutet, kann von einem anderen als das genaue Gegenteil interpretiert werden.
Ich habe hier im Blog bereits das Beispiel mit dem Handschlag bzw. dem verweigerten Handschlag angesprochen: Für einen Muslim kann es Respekt bedeuten, sich berührungslos zu begrüßen, für jemand anders kann ein Handschlag Respekt bedeuten.
Aber man muss gar nicht so weit gehen, wenn es um unterschiedliche Darstellung von Werten wie z.B. Respekt geht. Diese Unterschiede gibt es ja nicht nur zwischen unterschiedlichen Weltanschauungen oder Kulturen.
Simples Beispiel: Ein netter Mann möchte einer Frau helfen, eine schwere Tasche zu tragen. Die eine sieht dies als nett gemeinte respektvolle Geste. Die andere sieht in der Geste die Einstellung, dass er sie für wahlweise zu schwach oder zu blöd hält, selbst die Tasche zu tragen.

Aus der Einstellung, die eigenen Werte und Handlungen wären die einzig richtigen wächst das Gefühl der moralischen Überlegenheit. Handlungen, die bei anderen als falsch und widerwärtig angesehen werden, werden plötzlich gut und richtig, weil sie das richtige Ziel haben. Hierzu könnte man auch das Verhalten einiger linker Gruppierungen betrachten, die sich stets als moralisch überlegen betrachten und aufgrund ihrer vermeintlich richtigen Einstellung auch nicht vor Gewalt zurückschrecken (obwohl sonst Gewalt natürlich scharf verurteilt wird).

Und genauso kann man auch das Verhalten mancher Politiker beurteilen. Wenn die westliche Welt meint, ihre eigenen Auslegungen von dem was gut und richtig ist, auf die ganze restliche Welt übertragen zu müssen, dann ist das meiner Meinung nach alles andere als richtig! Wenn man dann noch Bomben verwendet, um angeblich gute Werte zu vertreten, dann ist das nur noch perfide. Wie viele unschuldige Menschen bereits im Namen des vermeintlich Guten sterben mussten macht mich traurig!
Was im großen Zusammenhang Krieg und Unglück bedeutet, fängt im Kleinen an. Nämlich dann, wenn jemand der Meinung ist, eine Frau, die freiwillig ein Kopftuch trägt, müsste gerettet werden. Dann, wenn jemand der Meinung ist, das Richtige zu tun, indem er andere Meinungen und Einstellungen als rechts denunziert. Dann wenn jemand der Meinung ist, Mobbing, Ausgrenzung und Gewalt ist irgendwann das Mittel der Wahl. Immer dann, wenn jemand sich selbst als den Guten betrachtet, der anderen helfen will. Wenn jemand nicht sieht, dass er eigentlich derjenige ist, der Gewalt und Ausgrenzung befürwortet und dadurch auf keinen Fall der Gute.

Deutsche bzw.  „westliche“ Werte sind sicher nicht die einzig guten und richtigen. Diese Überheblichkeit hat schon einmal zu einer nicht gerade schönen Episode in der deutschen Geschichte geführt – daran sollten all diese Personen, die den „armen Ländern/Ausländern“ ja nur helfen wollen mal denken. Genau dann, wenn sie im Hinterkopf wieder glauben, diese wären nur zu blöd, zu wissen, was richtig und was falsch ist!

Mittwoch, 10. August 2016

Was darf Satire?

Immer wieder hieß und heißt es, Satire dürfe alles. Egal ob bei den Anschlägen auf Charlie Hebdo oder bei der aktuellen Debatte um Jan Böhmermann. Satire müsse das doch dürfen.
Aber wo ist die Grenze? Wo der eindeutige Unterschied zwischen Satire und Beleidigung.
Laut Wikipedia wird Satire folgendermaßen definiert:
 
Satire ist eine Kunstform, mit der Personen, Ereignisse oder Zustände kritisiert, verspottet oder angeprangert werden. Typisches Stilmittel der Satire ist die Übertreibung.
 
Weiter heißt es dann:
 
„Satire kann folgende Funktionen haben (nicht alle müssen im Einzelfall gleichermaßen gegeben sein):
  • Kritik: Nach Schiller stellt die Satire die mangelbehaftete Wirklichkeit einem Ideal gegenüber
  • Polemik: Einseitigkeit, Parteilichkeit, Agitation bis hin zur Aggression.
  • Didaktik: direkte oder indirekte Absicht zu belehren und zu bessern.
  • Unterhaltung: Nähe zu Formen der Komik und zur Parodie, von denen sie sich durch die kritische Haltung unterscheidet“
Die Satire, um die es konkret geht, ist solche, die dem Zweck der Unterhaltung dient. Egal ob Böhmermann oder Charlie Hebdo, beides sollte in erster Linie der Unterhaltung dienen. Wobei immer auch Bestandteile der anderen Zwecke mit enthalten waren. Und immer geht es auch um Kritik. Welche Kritik hat Jan Böhmermann geäußert als er den Präsidenten der Türkei mit allerlei üblen Worten beleidigte?
Meiner Meinung nach lag der Zweck hier nur in der Beleidigung bzw. in einer Art Machspielchen. Selbst wenn Herr Böhmermann sich in der Sendung distanziert hat und gesagt hat, es geht nur darum, mal zu präsentieren, was man nicht machen darf, war das bewusst beleidigend und auch wie Angela Merkel bereits sagte „bewusst verletztend“.
Der Song der Satiresendung Extra 3, der bereits im Vorfeld dazu geführt hatte, dass Erdogan den deutschen Botschafter einbestellen ließ, war hingegen tatsächlich kritische Satire.
Böhmermann ging es jetzt nur darum zu zeigen: Guck mal Erdogan wir können noch viel schlimmer und du kannst nichts dagegen machen! Klassisches Machtspiel.
Wenn es tatsächlich darum ging, eine Grenze aufzuzeigen und mit einem Schmähgedicht zu zeigen, was nicht geht, dann hätte Böhmermann als Zielscheibe vielleicht lieber Juden nehmen sollen.
Wäre interessant, ob die Mehrheit derjenigen, die jetzt hinter Böhmermann stehen, das dann auch getan hätten.
 
Ein wichtiger Punkt finde ich, kommt in der Definition auf Wikipedia etwas zu kurz: Satire richtet sich in erster Linie gegen Mächtige bzw. gesellschaftliche Zustände. Daher wäre Satire gegen Juden oder Schwarze eben keine gute Satire.
Zielscheibe von Satire sind tatsächlich meist Politiker, oft aber auch Religion. Weiterhin stelle ich mir auch die Frage des Standpunktes desjenigen, der die Satire betreibt, derjenigen, an die sie sich richtet und der Person gegen die sie sich wendet.
Denn Machtverhältnisse sind immer unterschiedlich. Ein Schmähgedicht in der Türkei über Erdogan müsste man meiner Meinung nach völlig anders betrachten als eines in Deutschland.
Wer ist Erdogan in Deutschland? In Deutschland hat Erdogan keine Macht. Die Türkei ist nicht einmal Mitglied der Europäischen Union. Politiker versuchen zwar mit ihm zu verhandeln, aber in den Medien und dadurch auch im Großteil der Bevölkerung wird er negativ dargestellt und – und das ist hier von Bedeutung – als eine Art Witzfigur.
Das heißt für die hier lebende Bevölkerung, an die sich Böhmermann richtete (gleichzeitig wohlwissend, dass auch Erdogan das mitbekommen würde), hat Erdogan keine Machtposition. Es hat also nichts mit mutig (behaupten tatsächlich manche) oder guter Satire zu tun, auf diesen Zug aufzuspringen und sich über Erdogan lustig zu machen!
 
Und wo ist jetzt die Grenze? Was darf Satire? Wie weit geht Meinungsfreiheit?
 
Die Grenze sollte dort liegen, wo andere bewusst beleidigt bzw. verletzt werden. Kritik muss nicht beleidigend sein! Ist diese Grenze eine eindeutige scharfe Grenze? Meiner Meinung nach nicht. Denn etwas, was die eine Person aus einer angesprochenen Gruppe nicht interessiert, kann für eine andere verletzend sein. Und wie soll man das nun gesetzlich bewerten können?
Eigentlich doch nicht so kompliziert: In vielen gesetzlichen Regelungen wird nach einem Vorsatz gefragt, dies müsste auch hier angewendet werden. War es für den Satiriker erkennbar, dass er damit andere Menschen verletzt oder sogar gewollt?
In dem Fall liegt eindeutig eine Beleidigung vor (was im Fall Erdogan durch Aneinanderreihung von Schimpfworten nicht schwer zu erkennen sein sollte).
Anders als bei eindeutigen Beleidigungen von Einzelpersonen sieht es aus, wenn ganze Gruppen Ziel der Satire sind: beispielsweise Muslime oder Christen. Hier gilt nicht der Paragraph der Beleidigung, da man nicht ganze Gruppen beleidigen kann. Hier stellt sich immer die Frage, ob es sich bei der dargebotenen Satire um Volksverhetzung handelt…
Da muss dann auch eine entsprechende Abwägung stattfinden. Eine Mohammedkarikatur alleine ist sicher keine Volksverhetzung, wenn aber in dem Zusammenhang immer wieder (nur) Muslime und der Islam das Ziel der Satire sind, sollte man über diesen Fall nachdenken.
 
„Satire darf alles“ wird nur von den Leuten verwendet, die unter dem Deckmantel der Satire beleidigend und verletzend sein wollen. Ich finde es wichtig hier zu sagen: Nein, Satire darf eben nicht alle! Wofür bräuchten wir Gesetze und Paragraphen gegen Beleidigung oder Volksverhetzung, wenn diese unter dem Deckmantel der Satire doch geduldet werden.
 

Freitag, 5. August 2016

The 100

Am 27.07 ist endlich die dritte Staffel auch in Deutschland gestartet. Ich muss zugeben, dass dies die erste amerikanische Serie ist, bei der ich nicht eine Folge verpasst habe. Zunächst kurz zum Inhalt, danach werde ich darauf eingehen, was mir persönlich so gut gefällt.

Die Erde ist seit knapp 100 Jahren nicht mehr bewohnbar, da ein Atomkrieg diese radioaktiv verseucht hat. Die Menschheit lebt auf einer Raumstation, der Arc. Da Platz und Ressourcen knapp sind, werden jegliche Straftaten der Erwachsenen mit dem Tode bestraft, nur jugendliche Straftäter bekommen andere Strafen.
Um festzustellen, ob die Erde wieder bewohnbar ist, werden 100 jugendliche Straftäter, ausgestattet mit Armbändern, die ihre Vitalfunktionen an die Arc übermitteln, auf die Erde geschickt.
Dort dauert es nicht lange  bis die feststellen, dass die Erde bewohnt ist. Zwischen den verschiedenen Völkern entwickeln sich Kriege und es werden welche zu Verbündeten. Auch die Liebe zwischen Angehörigen verschiedener Völker kommt nicht zu kurz. Aber auch innerhalb der eigenen Gruppe gibt es einige Konflikte - vor allem darum, wer der Anführer ist.
Auf der Arc kam es in der Zeit zu einem Zwischenfall, welcher dazu führte, dass ein Leben im All nicht mehr möglich ist, und so landen auch die übrigen Menschen aus dem All auf der Erde.
Das war es auch schon mit dem Spoilern,  da bleibt noch genug Spannung für diejenigen, die die Serie noch nicht kennen.

Was mir besonders gut gefällt ist, dass es keine einseitigen Rollen für Frauen und Männer gibt und das völlig selbstverständlich dargestellt wird.
Ob Mechanikerin, Kriegerin oder Anführerin, nichts wird nur mit einem einzigen Wort von einem der anwesenden Männer als "unweiblich" abqualifiziert oder so getan als könnte ein Mann das besser. Einzig einmal Bellamy macht sich Sorgen um seine jüngere Schwester, die unbedingt kämpfen will. Es wird für den Zuschauer nicht klar, ob das mit dem Geschlecht zu tun hat.

Auch die Beziehung zwischen zwei der Anführerinnen wird völlig selbstverständlich dargestellt.  Die Homosexualität wird wird nicht in einem einzigen Moment diskutiert. Einziger Konfliktpunkt ist, dass es sich um zwei unterschiedliche Völker handelt, die nicht immer in Frieden miteinander verbunden waren.

Auch Rassismus wird indirekt thematisiert als Octavia, die zum Volk der Skypeople gehört, sich in Lincoln aus dem Volk der Grounder verliebt. Die beiden Völker sind zu dem Zeitpunkt verfeindet und diese Liebe wird von keiner Seite positiv gesehen. Obwohl Lincoln sich positiv zu den Skypeoplen äußert, wird er angefeindet, da er eben zu einem anderen Volk gehört.
Später in der dritten Staffel herrscht zwischen den Groundern und den Skypeople Frieden und Lincoln und Octavia leben zusammen im Camp Arcadia, welches von den Skypeoplen gegründet wurde.

Die Mischung aus Action, Liebe und einer postgender Gesellschaft macht die Serie spannend und abwechslungsreich!
Daher kann ich es nur jedem empfehlen, nächsten Mittwoch Abend pro sieben einzuschalten und nicht gleich zu verzweifeln, wenn man nicht alles gleich durchblickt.

Donnerstag, 4. August 2016

Gutmenschen-Bullshit-Bingo

Immer wieder begegnen mir die typischen Floskeln derjenigen, die sich selbst so gerne moralisch über andere erheben, aber sonst vor Taten scheuen.

Ein paar habe ich versuch mal hier zusammenzufassen. Besonders gut lässt sich das Bullshit-Bingo bei Facebook-Kommentarspalten spielen! ;)


Aber man muss auch mal an die Kinder denken!
Damit stehst du eindeutig in der rechten Ecke!
Frauen und Kinder…
 
Das hat auch schon Hitler damals gesagt!
 
 
Rassismus gegen Weiße gibt es nicht!
Das macht mich zutiefst traurig!
Immer diese Verschwörungs-
theorien
Das ist eine Gefahr für die Demokratie
 
Da ist jemand nicht mal in der Lage … richtig zu schreiben.
 
Das hat alles nichts damit zu tun!
 
Das ist eine Gefahr für die Meinungsfreiheit!
 
 
Das Symbol wurde schon von den Nazis benutzt!
 
Das ist Rassismus pur
Auch deutsche Männer begrapschen Frauen!
Die sind eindeutig rechts, bei den Fans!
Nicht alle Ausländer sind kriminell!
Da muss man doch was gegen tun!
 
Wir müssen diesen Aufmarsch verhindern!
 
Anderen geht es doch viel schlechter.
Die Armen Tiere müssen dafür leiden!

 
Ich habe mich bewusst nicht auf ein Thema konzentriert, denn diesen Typus Mensch trifft man leider überall und bei jedem Thema weiß er seinen Senf dazu zu geben.

Mit dem Bullshit Bingo macht das Lesen der Facebook Kommentarspalten doch gleich viel mehr Spaß! Und den wünsche ich euch jetzt auch! J